Frohe Ostern spricht die Boarderperle!

Ja, ihr habt richtig gehört, ich bin jetzt nicht nur ein Skihase, sondern auch eine Boarderbraut! Ich war heute mit Cathi in Montgenèvre, das ist fast schon Italien, Ski fahren, aber irgendwie waren wir ganz schön faul, sind nur dreimal auf den Berg hoch, dann ganz runter und unten auf einer Minibabypiste hat Cathi mir dann Snowboarden beizubringen versucht. Also, wir hatten jetzt auch nur anderthalb Stunden oder so, aber ich fand mich schon ganz schön gut Konnte schon Kurven fahren und so! Und anhalten. Ohne hinzufallen. Jedenfalls meistens. Und da waren so zwei italienische Wannabe-Snowboard-Heros, die mir immer dolle Tipps geben wollten, aber selber diese totale Antipiste genommen haben. Und beim zweiten Anlauf habe ich es sogar geschafft mit dem Schlepplift zu fahren. Beim ersten Mal habe ich mich nach drei Metern natürlich voll auf's Maul gelegt. Wir haben auch coole Videos gemacht. Und es war so unglaublich heiss. Ich war pitschenass geschwitzt. Hier kommt jetzt auch endlich der Frühling raus! Dafür hat es auf der Piste dann aber geregnet und der Schnee ist auch schon ziemlich anstrengend, weil der so richtig pampig wird. Nunja, ich habe meine Skisachen eh nur noch bis nächste Woche Mittwoch, dann geben wir die ab.

Letzte Woche war ich auch mit Cathi in Montgenèvre und - scheisse - war das ein Wetter. Nur Nebel. Man konnte GARNICHTS sehen, aber wirklich nichts. Dabei wollte ich Cathi die schöne Aussicht und die tollen Pisten zeigen... Wir waren dann schon froh, wenn wir uns und die Piste nicht verloren haben. Einmal haben wir einfach irgendeinen Lift genommen, den wir beide nicht kannten (also für Cathi war es eh das erste Mal in Montgenèvre), in dem sassen wir dann etwa 15 Minuten und fuhren nur immer weiter in die Suppe rein. Es wurde nebliger und nebliger und nebliger und irgendwann wussten wir nicht mehr, ob der Lift jetzt gerade hoch fährt oder geradeaus oder ob da Berge neben uns sind oder ob es tief runter geht. Man hat einfach garnichts mehr gesehen. Und es war auch kein anderer in dem Lift. Aus lauter Nervosität haben wir uns die ganze Zeit StudiVZ-Gruppen ausgedacht und nervös gekichert. Auf der Piste haben wir dann zwei Skifahrer gesehen, denen wir folgen wollten, weil wir die Pistenmarkierungen nicht sehen konnten, aber die waren viel schneller als wir... Und irgendwann habe ich mich mal so umgedreht, um zu gucken, ob Cathi noch da war, da war ich plötzlich ganz alleine im Weiss. "Caaaaathi! CAAAAAATHI!!!!" "Jaha, ich bin hi-ier!", schallte es dann leise zurück. Ich war über eine kleine Kuppe hinweg gefahren, die ich jetzt nicht mehr als solche erkennen konnte, weil alles weiss war und Cathi hatte sich vor der Kuppe hingelegt. Ohne es zu merken. Weil sie plötzlich die Orientierung verloren hatte. Nur plötzlich hatte sie wohl Boden am Rücken gespürt.

Ja, das war toll. Wir haben auch noch ganz viele dolle Fotos gemacht, wie wir da im Schnee rumlagen und nicht mehr wussten wohin jetzt. Als es dann ein ganz kleines bisschen aufklarte sind wir dann aber sogar powdern gegangen. So richtig. Richtig Off-Piste mit  richtig unberührtem Puderschnee. Das war klasse. Der erste Durchgang war etwas zögerlich, beim zweiten Mal hatte ich den Bogen dann raus und bin schon richtig elegant darunter geschossen, beim dritten Mal war ich übermütig und bin kopfüber den Hang runtergeflogen, weil sich meine Skier in einen kleinen Hubbel gebohrt haben. Zum Glück hat mein Gesicht den Sturz abgefangen.

Aber hatte ich schon erzählt, dass ich mit Amanda letztens auch voll profie gefahren bin? Wir haben ALLES gemacht!! Schwarze Piste, off Piste, soo gut!!! Den Snowpark haben wir allerdings vergessen Und dann wollten wir die (anfangs) so gruselige Luc-Alphand-Olympique-Piste runter - das ist die einzige Talabfahrt in Chantemerle, wo wir immer fahren. Und richtig steil. Also am Anfang fand man sie richtig steil, aber wenn man jeden Tag im Lift  dran vorbeifährt, dann ist sie irgendwann nicht mehr so furchteinflössend. Aber bis jetzt habe ich sie noch nie genommen, erst weil ich Angst hatte und als ich dann gedacht habe "joah, jetzt können wir mal", dann wurde die Piste pampig und matschig und jetzt ist sie eigentlich nur noch ein einziges Schlammfeld. Jedenfalls wollten Amanda und ich sie nun zum krönenden Abschluss hinunterfahren, trotz Müdigkeit und schlechtem Zustand der Piste. Wir waren gerade am Anfang der Piste, aber noch bevor man zum Lift, der hinunterfährt, abbiegen kann. Ich bin an den Rand gefahren, um auf Amanda zu warten. Da kam gerade eine Gruppe von etwa zwanzig hirnverbrannten Snowboardern gleichzeitig die nicht gerade breite Piste runtergeschossen, der eine kam genau auf mich zu, konnte natürlich nicht mehr ausweichen und hat mich voll umgehauen. Hat mir meine Beine weggerissen, ich bin durch die Luft geflogen und auf Kopf und Schulter wieder aufgekommen. Da lag ich dann erstmal total groggy im Schnee, hab gefühlt, ob alles noch heile und nichts gebrochen ist und habe dann versucht mich aufzurichten. Der scheiss Boarder, Franzose natürlich, kam von unten die Piste hochgerobbt und fragte, ob alles ok wäre, ich wollte den und seine scheiss Freunde nur los werden und hab den weggeschickt. Dann habe ich einen kleinen Heulkrampf bekommen. Es hat zwar nicht so sehr wehgetan, ich habe eigentlich garnichts gespürt, aber der Schock... huuuh, wie wenn man neben einem kleinen Kind die Tür zuschlägt. Wir sind dann natürlich nicht mehr runter gefahren, sondern haben den Lift genommen. Da kam dann auch der Schmerz, das Schwindelgefühl im Kopf. Meine Schulter tut immernoch weh, weil die seitdem total verkrampft ist, ich konnte mit dem linken Arm beim Autofahren nicht lenken, weil da keine Kraft mehr drin war, ich konnte den kaum hochhalten!! Beim Husten oder Lachen haben die Rippen auf der linken Seite wehgetan. Als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, war die ganze rechte Seite meines Halses total vespannt, als ob ich richtig schief geschlafen hätte, aber das hatte am Abend schon angefangen. Ich konnte meinen Kopf kaum bewegen, nur nach rechts. Und obwohl ich viel geschlafen hatte in der Nacht, war ich am nächsten Tag total müde und schlapp und als ich abends mit Amanda und den anderen Schwedinnen weg war, bin ich, noch bevor wir wirklich was getrunken hatten, ständig überall gegen gerannt, gegen die Toilettenrollenbox, gegen Türen, gegen Menschen. Zum Glück ist das alles jetzt schon vorbei, nur die schlimmen Verspannungen gehen nicht weg. Wie auch, wenn ich zwei Jungen habe, die immer von mir getragen werden wollen...

Jetzt am Donnerstag waren Cathi, Amanda, die anderen Schwedinnen und ich abends weg und es sollte ein "grosses Weggehen" werden: wir haben uns abends in Chantemerle mit einer Flasche Melonenwodka getroffen und sind zu Fuss nach Villeneuve gelaufen, wo La Grotte und Vielle Ferme etc. sind. Zurück wollten wir ein Taxi nehmen. Die Schwedinnen hatten alle am nächsten Tag frei, Cathi und ich mussten aber um acht Uhr aufstehen. Und wir hatten schon vorher überlegt, ob nicht einer von uns mit dem Auto fahren sollte. Hätten wir das mal gemacht: Zwischen eins und halb zwei waren wir müde und hatten keine Lust mehr, aber wir sind ja um zwei erst in die Baita gegangen. Um halb vier hatten wir die anderen dann auch überredet nach Hause zu fahren, dann mussten wir aber noch sage und schreibe vierzig Minuten auf das Taxi warten. Und scheisse teuer war es ausserdem. Scheiss Pampa. Nunja, ich habe in besagter Nacht drei Stunden geschlafen und den ganzen nächsten Tag gearbeitet. Aber so sind wir hier. Wenn wir am nächsten Tag arbeiten müssen gehen wir lange aus, wenn wir frei haben, wollen wir ja am nächsten tag Ski fahren, da müssen wir ja fit sein. Am Freitag waren wir dann jedenfalls nicht aus und haben alle mal geschlafen. Und waren gestern - Samstag - ja dann auch Ski fahren. Gestern Abend waren wir wieder ein bisschen weg, nur bis eins etwa, denn heute waren Cathi und ich ja in Montgenèvre. Aber wir gehen jetzt wieder jeden Tag aus, denn die Saison ist bald vorbei und die letzten Tage wollen wir noch nutzen. Auch wenn wir so seit zwei Wochen alle unsere Erkältungen nicht loswerden.

So, jetzt lege ich mich noch einmal ein bisschen in die Badewanne, hau mich dann vor den fernseher, schlafe vielleicht noch ein bisschen und heute Abend bin ich dann wieder fit Dann geht's wieder raus. Achso, morgen habe ich nämlich auch noch frei, weil die Mutter mit den Kindern jetzt über das Osterwochenende länger bei ihrer Familie in Embrun bleibt. Schön, oder?

So, auf bald dann, ihr Lieben

Macht's gut, eure Fanny

8.4.07 18:13

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